Altbayrische Volksmusik für Vereins- und Familienfeiern, Hoagarten und Festen aller Art
 
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"Diefatshefara Blasmusik goes America"-Tour 2007



Nach dem Schrannenfest 2006 wurden wir von Florian Laquai angesprochen, ob wir nicht mal Lust drauf hätten, in Amerika aufzutreten. Er hatte Kontakte nach New Ulm, Minnesota, wo alle zwei Jahre das "Bavarian Blast" gefeiert wird. Wir ließen uns natürlich nicht zweimal fragen, und so gings am 16. Juli los auf die große Reise...


Montag, 16.07. Scho um viere is losganga, mitm Zug nach Frankfurt. Am Flughafen is uns scho angeboten worden, dassma doch dahoam bleiben soin, mir daan a 300 Eur pro Person dafür kriagn. Davon ermutigt san ma miad in Fliaga gschtiegn und hom erst amoi so grobe zehn Stund gschlaffa. Dann war ma a scho in da USA, in Detroit, aber da woitns uns aa net hom (Einwanderungsbehörde) (Beni war aber happy über den Zwischenstopp, weil "dann konn ma ja was essen"!). Nach Spezialbefragung von Thomas, Christine und Vroni homma dann durchderfa, nur Michaela hot no beim Zoll Probleme ghabt (und is glei Sweety getauft worn). Guad, dass unser zwoater Fliaga Verspätung ghabt hot, sonst hätt man wohl nimma dawischt. Dann samma aber guad in Minneapolis okemma und glei vom Otto, unserm "Tourmanager", mit Familie, abghoit worn.
Am Abend homma dann aber de bestn Cheeseburger ever vom Matt, am Otto seim Schwiegerbua, und seiner Familie serviert griagt. Da Stephan hot natürlich glei drei davo zwunga (siehe Foto). Auf d'Nacht homma no den Swimmingpool vom Hotel ausprobiert, wo aber mehr Chlor wia Wasser drin war.

"Otto, was ist am Donnerstag abend?" - Otto: "Sauferei in der Turner Hall!"

Dienstag, 17.07. Nach einem ordentlichen amerikanischen Frühstück (natürlich mit Plastikbesteck, und Styropor-Becher und -Teller), samma dann in d'Mall of America gfahren. Des is a ziemliches Mordsdrumm Einkaufszentrum mit hauseigenem Erlebnispark in da Mittn und irgendeine Unterseewelt, de ma uns aber net leistn hom kenna. Was dafür billig war, warn de Markenjeans, die mir uns dahoam net leistn kenna! Auf de Achterbahnen homma a paar Runden draht und uns von oben über allerlei Kuriositäten amüsiert, z.B. de Sauerstoffbar, s Weihnachtsmarktgschäft und des 1-Dollargschäft, wo ma uns so an billigen Plastik-Blockflötenstuff für 35 Cent pro Flöte zuaglegt hom (ma konn drauf schpuin!).
Am Abend hots uns moi wieder ghungert, und mir san glei zum Chili's nei, des war da näheste zum Hotel. "Hot" wars net, dafür umso kälter (mir san ja gwarnt worn, dass da drüben so hoaß is, aber meistens hots uns bloß gfoarn wegen de Klimaanlagen). Wo ma gsagt hom, dass uns a bisserl zu kalt is, hot da Kellner gmoant, dass er dann moi d'Heizung für uns eischoit (!).


Jetz woaß i aa, woher der ganze Spam
in meim Mailpostfach herkimmt:
Aus der Mall of America...

Mittwoch, 18.07. Am Vormittag homma no was gschafft: Downtown Minneapolis! Wos uns am meistn gewundert hat, war, dass es dort überhaupt koane Gschäfte gibt (und a koane Leit...). Beim Klosuacha homma aber a guade Undergroundwirtschaft gfunden, wo ma natürlich ensprechend neighaut hom (siehe Fotos). Den restlichen Tag samma bloß no im Flughafen umanandaghockt und hom gwart, bis endlich alle andern Musikanten do warn (Beni und Bernhard, Haderlumpen, z allerletzt de Harzbuam, die die Vroni da scho bsonders ins Herz gschlossen hat). Mitten in der Nacht wars dann scho, als mia mitm Bus nach New Ulm gfahrn san, und da hamma a scho die erste Party verpasst...



Donnerstag, 19.07. Donnerstag war a ruhiger Tag, da homma uns New Ulm ogschaut (Stadtrundfahrt, Brewery, Herman the German Monument). Wie überoi hots a in der Brauerei nur ab 21 Bier geben. Bernhard und Vroni hom oiso heimlich saufa miaßn (siehe Fotos). Nach da Musikprobe beim Dave und da Karen (Andis und Benis Gasteltern) in da Garasch samma mir Bayern in Pool neighupft (mit Bier natürlich, um das bayerische Image zum pflegen) und de Amis hom oi bloß zuagschaut.
Am Abend war Sauferei in der Turner Hall (O-Ton Otto), auf die ma uns scho sakrisch gfreit hom, aber aus wars scho um hoiba zehne, da waren die Amis schon ziemlich müde ;-)

"Otto, was heißt Social Hour?" - Otto: "Social Hour is Sauferei!"

Freitag, 20.07. Am Freitag homma des erste moi in d'Arbat miaßn, des hoaßt, ins Bierzelt, zum Musikschpuin. Dort woitn de Leit aber net Saufa und Ratschn wia bei uns, sondern san recht brav auf de Bierbänk ghockt und woin unterhalten wern, fast wia in am Konzert bei uns. Dafür hoazn do so komische Heinzelmännchen und Kartoffeln (oder Schwammerln?) (und a Antn, Anm.v.Andi) ei, wo de Leit packa und zum danzn auffordern. Auf d'Nacht war ma dann wieder Sauferei, desmoi im überdachten Biergarten beim Jack (Bernhards und Stephans Gastbaba), der füa uns extra 40 km zu a deutschen Metzgerei gfahrn is um uns an Pressack zum kaffa!


Die Haderlumpen aus Aschaffenburg (finde den Fehler im Bild)


Samstag, 21.07. Brunch @ Joe's, und recht guad und lustig wars, mit a bissl Musik und Völlerei. Weil de Amis ja voll unterhoitn braucha im Bierzelt, homma uns a paar special features ausdacht und unsere ganze Trickkiste durchwühlt. Ungeahnte Fähigkeiten traten dabei zutage (Beni und Stephan kenna plattln! Und da Bernhard, der lernts schnoi) und wurden zwischen Tür und Angel geprobt. Nach einem kurzen Besuch bei Bernd und Florence (Christines und Thomas' Gasteltern) samma dann wieda auf da Bühne gstandn und warn tatsächlich ganz fit beim Bladdln! Als ma bei de Haderlumpn auf de Bierbänk gschtiegen san, samma glei runtergscheicht worn, weil des in da USA verboten is (wenn man runterfoid, is'd Musik schuid, weils so guad gschpuit hot). Am Abend war na no im zwoatn Zelt wo a Rockband gschpuit hot und dann in der B&L Bar, wo de Leit trotz Ami-Bier recht lustig warn, und mia a!



Sonntag, 22.07. Auf d'Bierbänk steigen is ja verboten, aber aufm Truckhänger zum hocka (fast zwoa Meter hoch), und des ohne Geländer, des is erlaubt! Und so wars dann a, am Sonntag auf der Parade. Hinter uns san no Heinzelmännchen und Mushrooms ghockt (und a Antn, Anm.v. Andi). Parade in USA hoaßt, dass fast jeder in am Auto oder aufm Truck hockt und an de Leit vorbeifahrt. Fast wie bei uns im Fasching, bloß ohne Dekoration. Dann homma no zwoa Stund in da Bierzeltsauna gschpuit, und dann war des Fest a scho wieder gor. Auf d'Nacht war no a scheene Abschiedsparty bei Charlie und Elaine (Michaelas und Vronis Gasteltern) mit Gesang und Langerfeuer!



Montag, 23.07. Zum Abschied von New Ulm war ma noch in einer All-You-Can-Eat-Pizzeria und haben mal wieder amerikanisch gemittagt. Nach dieser Fresserei, einer beeindruckenden und auch etwas beängstigenden Militärparade sowie einem letzen Besuch in der B&L Bar sind wir dann mit Otto nach Henderson aufgebrochen. In unserem Tourbus wurden erstmal (verbotenerweise) ein paar Bierchen gezischt (um das bayerische Image zu pflegen) und viel Schlaf nachgeholt. Beim sogenannten "bayerischen Abend" in der Top Brass Hall in Henderson wurden Hackbällchen, Sauerkraut, Kartoffelmatsch und lätscherte Semmeln serviert und dazu echte bayerische Blasmusik. Bei einem gemütlichen Abend haben wir noch in Andis Geburtstag (Eistorte mit Motorradmotiv!) hineingefeiert (aber nur kurz, die Amis waren schon ziemlich müde ;-)).

"Mhm, Burger!"

This is Stephan, the "world's finest burger eater", if we believe Otto

Dienstag, 24.07. Am Dienstag musste uns Michaela wegen ihrer Diplomarbeitsabgabe schon wieder verlassen. Nachdem wir sie am Flughafen in Minneapolis abgeliefert haben, gings im Tourbus weiter nach New Glarus, Wisconsin, wo uns Ottos Tochter Ursula begleitet hat. Nach einem Pizza-Lasagne-Abendessen genossen wir noch den hauseigenen Swimming- und Whirlpool (mit mehr Chlor als Wasser) und einige lokale Biersorten (Spotted Cow!).


Die Diefatshefara Blasmusik, v.l.n.r:
Andi, Thomas, Stephan, Michaela, Bernhard, Beni, Vroni, Christine


Mittwoch, 25.07. Am Mittwoch durften wir den amerikanischen Größenwahn so richtig hautnah erleben. Im "House on the Rock" hat ein Millionär alles mögliche gesammelt, was man sich so vorstellen kann (oder auch nicht): Von kleinen Spieluhren und Puppenhäusern bis hin zu riesigen Dampfmaschinen und einem Karussell mit 60 m Durchmesser.Genug der Worte darüber... man kann s nur glauben, wenn man s selbst erlebt hat...
Bevor wir am Abend in der schweizerischten Wirtschaft Amerikas Musik gespielt hatten, haben wir noch vom leckeren Buffet gegessen (kein Wunder, sie hatten echte schweizer Köche mit Greencard angestellt).


Beni: "Da fahrt a Haus!", worauf alle aus dem Auto sprangen - Recht hatte er!


Donnerstag, 26.07. Um in Amerika das Autofahren nicht zu verlernen, haben wir eine Go-Kart Bahn besucht, und sind mit mörderischen 24,8 km/h um die zahlreichen Kurven gebraust. Danach gings nochmal zum Shoppen in eine "kleine" Mall (trotzdem gabs mehr als 10 Fastfoodbuden).
Am Abend wurde uns extra Roastbeef mit vielen Beilagen serviert, so haben wir wieder einmal mehr als genug zu essen bekommen. Gut gestärkt gings dann wieder weiter mit Musikspielen.

Freitag, 27.07. Auf der Rückfahrt nach Minneapolis am Mississippi entlang besuchten wir noch ein Casino und einen Minigolf-Vergnügungspark. Dort wurde mit den Harzbuben gewechselt. (Bei dieser Gelegenheit entwendeten sie uns unseren Biervorrat und ersetzten ihn netterweise durch lebensmitteltechnisch bedeutungsloses zucker- und koffeinfreies Pepsi.) Nach dem tränenreichen Abschied von den Harzbuben führte uns Otto in ein All-you-can-eat-Lokal, wo wir den Titel sehr wörtlich nahmen (wieder eine echte Fresserei!). Davon unbeeindruckt (Beni unmittelbar nach der Völlerei: "Jetz war was z'Essen recht!") verlebten wir einen schönen Abend mit Otto in einem Steakhaus in St. Paul (Beni schaffte tatsächlich noch 500gr echtes Angusrind).

Otto: "Die verdammte Sauferei muss endlich ein Ende haben! ... Aber erst morgen!"

Samstag, 28.07. Nach einem letzten Plastik-Frühstück fuhren wir ein letztes Mal mit Otto im Tourbus. Einmal noch aßen wir Fast-Food beim Burger King am Flughafen, dann erreichten wir ohne größere Zollschwierigkeiten heimatliche Gefilde.


Fazit:

Was wir in Amerika gelernt haben:
  • Bewegung ist unnötig: man kann alles mit dem Auto erreichen
  • Hunger ist ein dehnbarer Begriff
  • Zöllner sind nur glücklich, wenn sie belogen werden
  • Schuplattln
  • das Schnitzelbanklied
  • die Heimat schätzen (Umweltschutz, Trinkwasser (aus der Leitung!!!), Salat ...)
  • und vor allem: Die Amerikaner sind sehr gastfreundlich, wir wurden überall sehr nett aufgenommen!
Zum Schluss ein herzlichen Dankeschön an Otto und seine Familie und an alle Gastfamilien! Auf ein Wiedersehen!

Vroni & Andi

Mehr Fotos von unserer Reise gibts im Fotoalbum.



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